Jia Zhangkes filmischer Kosmos

Als Jia Zhangke Xiao Wu (小武 , 1997) drehte, kannte er weder Zhao Tao noch hatte er seinen eigenen Stil gefunden, aber mit viel Herzblut fing er die Sehnsüchte und Enttäuschungen junger Menschen in chinesischen Kleinstädten inmitten der damaligen Umbrüche ein. Ein paar Jahrzehnte später ist er vielleicht nicht mehr der draufgängerische junge Mann, seine Erzählungen sind reifer und dichter geworden und die von Zhao Tao, Liao Fan oder Jiang Wu verkörperten Habenichtse und Outsider strahlen heller denn je.
Von Chen Yun-hua

Einfach vorüberziehende Tage – Tsai Ming-liangs Days (日子)

Für die meisten Regisseure gilt, je länger sie im Geschäft sind, desto aufwändiger und teurer werden ihre Filme. Bei Tsai Ming-liang ist das Gegenteil der Fall: Seine Filme werden handwerklich immer ausgefeilter und freier. Der einzige chinesischsprachige Wettbewerbsbeitrag auf der 70. Berlinale ist sein Film Days, eine Besinnung auf das Wesentliche, ein kleiner feiner Film einfach und unaufgeregt. Die Filmfiguren tun, was sie tun müssen
Von Chen Yun-hua

Über die Liebe: Regisseur Ray Yeung im Gespräch

Pak und Hoi, zwei Männer zwischen sechzig und siebzig, sind Musterbeispiele des fürsorglichen Familienpatriarchen. Ihre Begegnung aber zaubert ein Lächeln auf ihre Gesichter, und wenn sie sich näherkommen, erröten sie. In ihrem Alltag bekommen sie die Enge und Ablehnung der Gesellschaft zu spüren. Trotzdem nehmen sie sich die Freiheit romantisch und verliebt zu sein. Warm und feinfühlig hinterfragt Suk Suk das Recht auf Liebe im Alter.
Von Chen Yun-hua

Auf den Spuren der vergessenen Regisseurin Esther Eng

Auf den Spuren der vergessenen Regisseurin Esther Eng

Als Ng Kam-ha wurde sie 1914 in San Francisco geboren. Mit gerade 22 Jahren koproduzierte sie in Hollywood den kantonesischsprachigen, teilweise in Farbe gedrehten Film Heartache (心恨). Im März 1937 wurde sie mit dem patriotischen Film National Heroine (民族女英雄) die erste Regisseurin Südchinas. 1941 filmte sie für Golden Gate Girls (金门女) den noch nicht mal einjährigen Bruce Lee.

Nachhaltige Irritationen. Gedichte von Zang Di

Es sind eher einzelne Bilder oder eine Stimmung, die hängenbleiben und oft sorgt gleich der nachfolgende Vers für Irritationen. Wenn Zang Di etwa über die Schönheit von Spinat sinniert, „dieses dunkelgrüne Gefühl beim Spinatwaschen“, vielleicht ist es wie „mit den Engeln in unserem Leben, die es, wenn man sie fragt, nicht gibt.“

Martial Arts Forever

Der vorliegende Band Chinese Martial Arts and Media Culture erschien in der von Paul Bowman herausgegebenen Serie Martial Arts Studies, deren Ziel die Förderung des interdisziplinären Dialogs ist. Als Einblick in Forschungsansätze zum Thema ist das Buch sehr zu empfehlen.