Eine Frage der Perspektive: Alien trifft Alien

Schon wieder ein Buch über China, dachte ich bei mir und starrte auf den Umschlag. Im Hintergrund schrauben sich graubraune Hochhäuser in einen grauen Himmel, davor entstehen wohl noch weitere und vor einer graublauen Mauer schließlich laufen drei Gestalten: … Der Blick des Lesers auf die Figuren ist zugleich Blick der Chinesen auf Westler, immer erkennbar, als trügen sie Masken bzw. seien Aliens.

Sinologische Kontroverse: Alter Streit neu übersetzt

Nur kurze Zeit nach den wundervollen Vorlesungen über das Zhuangzi (Das Wirken in den Dingen) erschien ebenfalls im Verlag Matthes & Seitz Jean Francois Billeters Schrift Gegen Francois Jullien. Offensichtlich wollte der Verlag mit der Übersetzung dieser Schrift dem hierzulande wenig bekannten Sinologen und seinem Denken weiteren Raum geben.

Vom notwendigen Chaos und Vergessen

Kennern gilt Zhuangzi als der poetischste der Philosophen, während er hierzulande relativ unbekannt ist, obwohl er doch, wie Kubin sagt, ein Lieblingskind der deutschen Leserschaft sei. Aber entweder sind es die Sinologen, die sich mit ihm befassen, oder seine Bücher fristen in der Esoterik-Ecke ihr Dasein. Nun könnte damit ein kleines bei Matthes & Seitz erschienenes Bändchen aufräumen:

Wenn Träume nicht wahr werden, können sie auch nicht platzen

Im Frühjahr schwimmen die Karpfen flussaufwärts bis zu einem „Drachentor genannten Wasserfall. Nur wenige schaffen es, die Hürde zu überspringen. Diese fliegenden Karpfen, die sich der Legende nach in Drachen verwandeln, sind in China Symbole des sozialen Aufstiegs.

Von diesem Aufstieg und den enormen Veränderungen eines ganzen Landes ist Xifan Yang persönlich betroffen, denn ihre Eltern waren die Karpfen, die zu fliegen versuchten

Christian Geinitz: Chinas verborgene Schätze. Wie wir am nächsten Aufschwung mitverdienen

„Go West“ sangen schon die Pet Shop Boys in den 1990er Jahren und brachten damit die chinesischen Diskotheken zum Kochen. Es ist auch eine der wirtschaftlichen Strategien, die itz -so sein FAZ-Kürzel – beschreibt, um Chinas verborgene Schätze zu entdecken und zu heben. Go West meint dabei mitnichten den goldenen Westen in Amerika oder Europa, wie ihn das zum Lied gehörige Video nahelegte, sondern den chinesischen Westen.

Ein ungelöstes Rätsel: Qiu Xiaolongs 99 Särge

„Sollen wir jetzt die Hauptgerichte zubereiten, Herr Chen?“ Dieser letzte Satz klingt verdammt nach „Fortsetzung folgt“. Dabei hegt Oberinspektor Chen Zweifel, ob dies nicht sein letzter Fall gewesen sei. War er nicht lange genug Teil des Systems und nun ist es an der Zeit dieses zu verlassen, bevor andere darüber entscheiden?