Für die meisten Regisseure gilt, je länger sie im Geschäft sind, desto aufwändiger und teurer werden ihre Filme. Bei Tsai Ming-liang ist das Gegenteil der Fall: Seine Filme werden handwerklich immer ausgefeilter und freier. Der einzige chinesischsprachige Wettbewerbsbeitrag auf der 70. Berlinale ist sein Film Days, eine Besinnung auf das Wesentliche, ein kleiner feiner Film einfach und unaufgeregt. Die Filmfiguren tun, was sie tun müssen
Von Chen Yun-hua
Gibt es wirkliche Vergebung in der fiktiven Welt der Medien?
Wir leben Zeiten ständig neuer Reality-Shows im Fernsehen und permanenter Selbstdarstellung auf Instagram, TikTok und Co. – was bedeuten da noch Anschuldigungen, Entschuldigungen oder Versöhnung in diesen Medien? Massoud Bakhshi, der Regisseur von Yalda – A Night for Forgiveness im Interview.
Von Chen Yun-hua
Über die Liebe: Regisseur Ray Yeung im Gespräch
Pak und Hoi, zwei Männer zwischen sechzig und siebzig, sind Musterbeispiele des fürsorglichen Familienpatriarchen. Ihre Begegnung aber zaubert ein Lächeln auf ihre Gesichter, und wenn sie sich näherkommen, erröten sie. In ihrem Alltag bekommen sie die Enge und Ablehnung der Gesellschaft zu spüren. Trotzdem nehmen sie sich die Freiheit romantisch und verliebt zu sein. Warm und feinfühlig hinterfragt Suk Suk das Recht auf Liebe im Alter.
Von Chen Yun-hua
Mit Filmen aus 70 Berlinalejahren älter werden
Die Berlinale wird 70: Ein Alter, über das Konfuzius sagt, man könne seinen Herzenswünschen folgen, natürlich ohne aber dabei das Maß zu verlieren. Zahllose Verbindungen lassen sich von den Filmen aus der Anfangszeit bis heute ziehen, viel Zeit verbrachten wir mit ihnen im Kinosaal und so werfen sie auch ein Licht auf uns zurück.
Von Chen Yun-hua
Wu Xiaoshuang: Auf den Spuren der vergessenen Regisseurin Esther Eng

Als Ng Kam-ha wurde sie 1914 in San Francisco geboren. Mit gerade 22 Jahren koproduzierte sie in Hollywood den kantonesischsprachigen, teilweise in Farbe gedrehten Film Heartache (心恨). Im März 1937 wurde sie mit dem patriotischen Film National Heroine (民族女英雄) die erste Regisseurin Südchinas. 1941 filmte sie für Golden Gate Girls (金门女) den noch nicht mal einjährigen Bruce Lee.
Nachhaltige Irritationen. Gedichte von Zang Di
Es sind eher einzelne Bilder oder eine Stimmung, die hängenbleiben und oft sorgt gleich der nachfolgende Vers für Irritationen. Wenn Zang Di etwa über die Schönheit von Spinat sinniert, „dieses dunkelgrüne Gefühl beim Spinatwaschen“, vielleicht ist es wie „mit den Engeln in unserem Leben, die es, wenn man sie fragt, nicht gibt.“
Martial Arts Forever
Der vorliegende Band Chinese Martial Arts and Media Culture erschien in der von Paul Bowman herausgegebenen Serie Martial Arts Studies, deren Ziel die Förderung des interdisziplinären Dialogs ist. Als Einblick in Forschungsansätze zum Thema ist das Buch sehr zu empfehlen.
Migration im Film
Der Filmemacher Wang Shen im Interview über seinen Dokumentarfilm Lady of the Harbour und die verschiedenen Sichtweisen von Europäern und Chinesen auf Migration.
Li Yinan: H.-T. Lehmanns „Postdramatisches Theater“ und das Theater in China
Ich stieß im Jahr 2000 zum ersten Mal auf das Buch Postdramatisches Theater. Damals war ich als Studentin der Theaterwissenschaft gerade aus den USA nach Deutschland gekommen und hatte ein paar Inszenierungen gesehen, die so ganz anders waren, als alles, was ich bisher kannte. Als ich das Buch las, spürte ich, dass es auf viele meiner Fragen in Bezug auf die neuen Theaterformen Antworten fand.
Die 8. Generation
In den letzten Jahren begegnet man auf Filmfestivals zunehmend jungen Sales Agents und ihren Firmen, die sich dem sogenannten unabhängigen chinesischen Film verschrieben haben. Natürlich stellt sich die Frage, wie lange ihr Atem reichen wird, denn der internationale Filmmarkt ist hart. Einer, der es wissen will, ist Meng Xie (谢萌) mit seiner Firma REDiance Film Sales (赤角).
