Die Berlinale wird 70: Ein Alter, über das Konfuzius sagt, man könne seinen Herzenswünschen folgen, natürlich ohne aber dabei das Maß zu verlieren. Zahllose Verbindungen lassen sich von den Filmen aus der Anfangszeit bis heute ziehen, viel Zeit verbrachten wir mit ihnen im Kinosaal und so werfen sie auch ein Licht auf uns zurück.
Von Chen Yun-hua
Wu Xiaoshuang: Auf den Spuren der vergessenen Regisseurin Esther Eng

Als Ng Kam-ha wurde sie 1914 in San Francisco geboren. Mit gerade 22 Jahren koproduzierte sie in Hollywood den kantonesischsprachigen, teilweise in Farbe gedrehten Film Heartache (心恨). Im März 1937 wurde sie mit dem patriotischen Film National Heroine (民族女英雄) die erste Regisseurin Südchinas. 1941 filmte sie für Golden Gate Girls (金门女) den noch nicht mal einjährigen Bruce Lee.
Nachhaltige Irritationen. Gedichte von Zang Di
Es sind eher einzelne Bilder oder eine Stimmung, die hängenbleiben und oft sorgt gleich der nachfolgende Vers für Irritationen. Wenn Zang Di etwa über die Schönheit von Spinat sinniert, „dieses dunkelgrüne Gefühl beim Spinatwaschen“, vielleicht ist es wie „mit den Engeln in unserem Leben, die es, wenn man sie fragt, nicht gibt.“
Martial Arts Forever
Der vorliegende Band Chinese Martial Arts and Media Culture erschien in der von Paul Bowman herausgegebenen Serie Martial Arts Studies, deren Ziel die Förderung des interdisziplinären Dialogs ist. Als Einblick in Forschungsansätze zum Thema ist das Buch sehr zu empfehlen.
Migration im Film
Der Filmemacher Wang Shen im Interview über seinen Dokumentarfilm Lady of the Harbour und die verschiedenen Sichtweisen von Europäern und Chinesen auf Migration.
Li Yinan: H.-T. Lehmanns „Postdramatisches Theater“ und das Theater in China
Ich stieß im Jahr 2000 zum ersten Mal auf das Buch Postdramatisches Theater. Damals war ich als Studentin der Theaterwissenschaft gerade aus den USA nach Deutschland gekommen und hatte ein paar Inszenierungen gesehen, die so ganz anders waren, als alles, was ich bisher kannte. Als ich das Buch las, spürte ich, dass es auf viele meiner Fragen in Bezug auf die neuen Theaterformen Antworten fand.
Die 8. Generation
In den letzten Jahren begegnet man auf Filmfestivals zunehmend jungen Sales Agents und ihren Firmen, die sich dem sogenannten unabhängigen chinesischen Film verschrieben haben. Natürlich stellt sich die Frage, wie lange ihr Atem reichen wird, denn der internationale Filmmarkt ist hart. Einer, der es wissen will, ist Meng Xie (谢萌) mit seiner Firma REDiance Film Sales (赤角).
Ein minimalistisches Epos – Öndög (恐龙蛋) von Wang Quan’an
Der neue Film von Wang Quan’an, der 2007 für Tuyas Hochzeit (图雅的婚姻) den Goldenen Bären bekam, ist extrem „flächig“. In Cinemascope gedreht, besteht er vor allem aus langen Einstellungen, die durch langsame Kameraschwenks zum Panorama erweitert werden. Das Bildkonzept versucht den gemächlichen Lebensrhythmus der Mongolen nachzuzeichnen. Die Bilder enthalten gar nicht so viele Dinge, vielmehr vermitteln sie die Gefühle der Figuren im Film.
Von DING Dawei (丁大卫)
„Grâce à Dieu“ von Francois Ozon
In Francois Ozons Grâce à Dieu geht es um den sexuellen Kindesmissbrauch durch einen katholischen Priester.
Systemsprenger
Das kindliche Trauma und die Gefühlsbarrieren sind sind einfach da. Ob vor sich selbst oder der Gesellschaft, es bleibt immer wieder das Weglaufen, kommst du näher, ziehe ich mich zurück. Der Film beschreibt genau dieses Einfangen-wollen und Weglaufen, schmerzlich, traurig und schön, aber ausweglos.
