Verbotene Stadt – verbotenes Land? Zeichen im Reich der Mitte

Rainer Kloubert erzählt in seinem neuen Buch höchst unterhaltsam und assoziativ Geschichten aus der Verbotenen Stadt: Vom Kaiser, der sich nur selten dort aufhielt, von 108 Gerichten, die eigens für ihn im kulinarisch-bürokratischen Monster namens Palastküche zubereitet wurden, von Konkubinen, Wahrsagern und Beamten, vom kaiserlichen Fingernagel, und den eigentlichen Herrschern der Kaiserstadt.

Alle haben ein Recht auf Gedichte

„Erzählung von den Konsumgütern“ – der Band heißt, wie sein erstes Gedicht, Erzählung; Fiktion für diejenigen, die die Herkunft übervoller Warenregale nicht hinterfragen, aber auch Einladung an all jene, die lieber keine Gedichte lesen. Das ist keine Lyrik aus dem „fernen“ China, die Gedichte gehen uns unmittelbar an, weil es unsere globalisierte Welt ist, die da beschrieben wird.

Xia Peizhen: Gedanken bei Betrachtung eines Fotos

Das Kostüm von Xia Peizhen auf dem Bild scheint wie eine Fortschreibung ihrer erfolgreichen Rolle der furchtlosen Heldin. Tatsächlich gehörte Xia Peizhen in den 1920er und beginnenden 1930er Jahren zu den größten Stars und bestbezahlten Schauspielerinnen Chinas. Sie war die einzige, die in allen Folgen von „Burning of the Red Lotus Temple“ (火烧红莲寺) auftrat, daneben drehte sie 20 weitere Filme und war bis 1934 vielbeschäftigt.