„Wenn dieser Kurzfilm das Publikum dazu bringen kann, nach dem Lachen einen Moment innezuhalten und über das Wesen des Schaffens nachzudenken, dann hat seine Existenz bereits einen Sinn.“
Jia Zhangke und die neue Zeit



„Wenn dieser Kurzfilm das Publikum dazu bringen kann, nach dem Lachen einen Moment innezuhalten und über das Wesen des Schaffens nachzudenken, dann hat seine Existenz bereits einen Sinn.“

Man musste das Geld nur auflesen und war reich. […] Auch das gerade erfundene westliche Schattentheater sahen Abenteurer als Goldgrube an und wollten darum die ersten sein, die diesen magischen Schatz nach Shanghai brachten.

Die Zeiten, da Filmfestivals Filme machten, sind wohl vorbei. Diese Berlinale in Bezug auf Filme des sinophonen Raumes war ein Fest der Entdeckungen neuer Namen, auch wenn einige Filme schnell in Vergessenheit geraten werden.
Rainer Kloubert erzählt in seinem neuen Buch höchst unterhaltsam und assoziativ Geschichten aus der Verbotenen Stadt: Vom Kaiser, der sich nur selten dort aufhielt, von 108 Gerichten, die eigens für ihn im kulinarisch-bürokratischen Monster namens Palastküche zubereitet wurden, von Konkubinen, Wahrsagern und Beamten, vom kaiserlichen Fingernagel, und den eigentlichen Herrschern der Kaiserstadt.
Die chinesische Nationalhymne? – Filmmusik! Der „Marsch der Freiwilligen“ (义勇军进行曲) ist der Titelsong des 1934 gedrehten Films „Söhne und Töchter im Sturm“(风云儿女).
„Erzählung von den Konsumgütern“ – der Band heißt, wie sein erstes Gedicht, Erzählung; Fiktion für diejenigen, die die Herkunft übervoller Warenregale nicht hinterfragen, aber auch Einladung an all jene, die lieber keine Gedichte lesen. Das ist keine Lyrik aus dem „fernen“ China, die Gedichte gehen uns unmittelbar an, weil es unsere globalisierte Welt ist, die da beschrieben wird.

Werbung für den Film „Wilder Strom“

Die Hochzeit von Yan Shanshan & Li Minwei, 妇女时报 April 1914
Das Kostüm von Xia Peizhen auf dem Bild scheint wie eine Fortschreibung ihrer erfolgreichen Rolle der furchtlosen Heldin. Tatsächlich gehörte Xia Peizhen in den 1920er und beginnenden 1930er Jahren zu den größten Stars und bestbezahlten Schauspielerinnen Chinas. Sie war die einzige, die in allen Folgen von „Burning of the Red Lotus Temple“ (火烧红莲寺) auftrat, daneben drehte sie 20 weitere Filme und war bis 1934 vielbeschäftigt.
Gründe dafür, warum Frauen zum Film gingen, gab es viele: Sie wurden auf der Straße entdeckt, spielten vor, kamen vom Theater, oder die Armut zwang sie, Geld zu verdienen. Das Medium war immer auch Mittel auf dem Weg zur Emanzipation.