„Wenn dieser Kurzfilm das Publikum dazu bringen kann, nach dem Lachen einen Moment innezuhalten und über das Wesen des Schaffens nachzudenken, dann hat seine Existenz bereits einen Sinn.“
Jia Zhangke und die neue Zeit



„Wenn dieser Kurzfilm das Publikum dazu bringen kann, nach dem Lachen einen Moment innezuhalten und über das Wesen des Schaffens nachzudenken, dann hat seine Existenz bereits einen Sinn.“

Was hat die Zeit der rasanten Veränderungen in China mit den Menschen gemacht? „Caught by the Tides“ (风流一代 )von Jia Zhangke blickt auf die letzten dreißig Jahre rasanter Veränderung anhand der eigenen Filmografie, Guan Hus „Black Dog“ (狗阵) hingegen widmet sich dem Jahr von Olympia und Sonnenfinsternis – 2008.
Seit 2020 stiftet der RBB den mit 40000 € dotierten Berlinale-Dokumentarfilmpreis. Nicht nur aus diesem Grund möchte ich diesmal drei der gezeigten Dokumentarfilme vorstellen und wie immer spielt auch China eine Rolle.
Als Jia Zhangke Xiao Wu (小武 , 1997) drehte, kannte er weder Zhao Tao noch hatte er seinen eigenen Stil gefunden, aber mit viel Herzblut fing er die Sehnsüchte und Enttäuschungen junger Menschen in chinesischen Kleinstädten inmitten der damaligen Umbrüche ein. Ein paar Jahrzehnte später ist er vielleicht nicht mehr der draufgängerische junge Mann, seine Erzählungen sind reifer und dichter geworden und die von Zhao Tao, Liao Fan oder Jiang Wu verkörperten Habenichtse und Outsider strahlen heller denn je.
Von Chen Yun-hua

Das Schönste am Berliner Winter ist die Berlinale, wenn einen im Kinosaal Licht und Schatten fremder Leben verzaubern.
Ouverture: Ein Motorrad fährt eine verlassene Straße in Shanxi entlang. Plötzlich wird es von Wegelagerern, drei jungen Kerlen, angehalten, die den Fahrer abzocken wollen. Er zieht seine Pistole und lässt drei Leichen zurück.