Pak und Hoi, zwei Männer zwischen sechzig und siebzig, sind Musterbeispiele des fürsorglichen Familienpatriarchen. Ihre Begegnung aber zaubert ein Lächeln auf ihre Gesichter, und wenn sie sich näherkommen, erröten sie. In ihrem Alltag bekommen sie die Enge und Ablehnung der Gesellschaft zu spüren. Trotzdem nehmen sie sich die Freiheit romantisch und verliebt zu sein. Warm und feinfühlig hinterfragt Suk Suk das Recht auf Liebe im Alter.
Von Chen Yun-hua
Mit Filmen aus 70 Berlinalejahren älter werden
Die Berlinale wird 70: Ein Alter, über das Konfuzius sagt, man könne seinen Herzenswünschen folgen, natürlich ohne aber dabei das Maß zu verlieren. Zahllose Verbindungen lassen sich von den Filmen aus der Anfangszeit bis heute ziehen, viel Zeit verbrachten wir mit ihnen im Kinosaal und so werfen sie auch ein Licht auf uns zurück.
Von Chen Yun-hua
Wu Xiaoshuang: Auf den Spuren der vergessenen Regisseurin Esther Eng

Als Ng Kam-ha wurde sie 1914 in San Francisco geboren. Mit gerade 22 Jahren koproduzierte sie in Hollywood den kantonesischsprachigen, teilweise in Farbe gedrehten Film Heartache (心恨). Im März 1937 wurde sie mit dem patriotischen Film National Heroine (民族女英雄) die erste Regisseurin Südchinas. 1941 filmte sie für Golden Gate Girls (金门女) den noch nicht mal einjährigen Bruce Lee.
Migration im Film
Der Filmemacher Wang Shen im Interview über seinen Dokumentarfilm Lady of the Harbour und die verschiedenen Sichtweisen von Europäern und Chinesen auf Migration.
Die 8. Generation
In den letzten Jahren begegnet man auf Filmfestivals zunehmend jungen Sales Agents und ihren Firmen, die sich dem sogenannten unabhängigen chinesischen Film verschrieben haben. Natürlich stellt sich die Frage, wie lange ihr Atem reichen wird, denn der internationale Filmmarkt ist hart. Einer, der es wissen will, ist Meng Xie (谢萌) mit seiner Firma REDiance Film Sales (赤角).
Ein minimalistisches Epos – Öndög (恐龙蛋) von Wang Quan’an
Der neue Film von Wang Quan’an, der 2007 für Tuyas Hochzeit (图雅的婚姻) den Goldenen Bären bekam, ist extrem „flächig“. In Cinemascope gedreht, besteht er vor allem aus langen Einstellungen, die durch langsame Kameraschwenks zum Panorama erweitert werden. Das Bildkonzept versucht den gemächlichen Lebensrhythmus der Mongolen nachzuzeichnen. Die Bilder enthalten gar nicht so viele Dinge, vielmehr vermitteln sie die Gefühle der Figuren im Film.
Von DING Dawei (丁大卫)
„Grâce à Dieu“ von Francois Ozon
In Francois Ozons Grâce à Dieu geht es um den sexuellen Kindesmissbrauch durch einen katholischen Priester.
Systemsprenger
Das kindliche Trauma und die Gefühlsbarrieren sind sind einfach da. Ob vor sich selbst oder der Gesellschaft, es bleibt immer wieder das Weglaufen, kommst du näher, ziehe ich mich zurück. Der Film beschreibt genau dieses Einfangen-wollen und Weglaufen, schmerzlich, traurig und schön, aber ausweglos.
Ich war zu Hause, aber …
Der eher ungewöhnliche Film war von Anfang bis Ende umstritten. Die Zuschauer positionierten sich klar für oder gegen den Film.
Von Chen Yun-Hua und Ding Dawei
Politik, Erinnerung und Zahlen-Mystik (Berlinale 2019)

Die diesjährige Berlinale bot die Chance neben Filmen bekannter Regisseure aus China auch eine neue Regie-Generation zu entdecken und die Zahl 2 hatte sich markant eingeschlichen. Im Wettbewerb liefen zwei Filme chinesischer Regisseure, zwei Filme wurden zurückgezogen, zwei weitere Filme spielten im Grenzbereich zwischen Hongkong und der Volksrepublik und in zwei Filmen kam ein Elvis-Song vor.
