Als ich das Programmheft zur diesjährigen 56. Berlinale durchblätterte, freute ich mich besonders neben bekannten Namen des chinesischen Films wie Chen Kaige oder Zhang Yuan auch den von Royston Tan aus Singapur zu lesen. Seit der Wiederbelebung des Films in Singapur Mitte der 90er Jahre und v.a. seit seiner offiziellen Anerkennung als Kunst durch das National Arts Council befindet sich die Filmindustrie des Landes im Aufschwung.
Lu Haibo – Globalisierung und nationale Filmkultur Chinas
Seit dem Ende des vorigen Jahrhunderts ist das Wort „Globalisierung“ in aller Munde. Zweifellos kommt der ökonomischen Globalisierung dabei die größte Bedeutung zu. Zahlreiche wirtschaftliche Prozesse aber sind mit der Kultur auf das Engste verbunden. Als Teil des gesellschaftlichen Überbaus spiegelt Kultur zwangsläufig die Veränderungen der wirtschaftlichen Entwicklung wider. Aufgrund seiner Besonderheit als visuell-künstlerisches Ausdrucksmittel und technisch-industrielles Medium wurde die kulturelle Globalisierung auf dem Gebiet des Films am augenfälligsten.
Keine Kompromisse – Zwei dokumentarische Spielfilme aus China (Berlinale 2005)

Es sind durchaus nicht alle Filme eines Festivals, deren Bilder lange im Gedächnis bleiben. Seit der Berlinale 2005 sind einige Monate ins Land gegangen und ich will mich an dieser Stelle an zwei von ihnen erinnern, zwei Filme, die damals zu meinen Favoriten zählten und die bis heute nichts von ihrer Präsenz eingebüßt haben: Niu pi (Oxhide) und Kekexili (The Mountain Patrol). So unterschiedlich beide Filme auf den ersten Blick sind, lassen sich bei näherer Betrachtung immer mehr Ähnlichkeiten finden, und das v.a.in formaler Hinsicht. Beide Filme gehören zur Spezies der dokumentarischen Spielfilme:
Berlinale Spots 2002

Eins wurde ganz deutlich: der Generationswechsel in der chinesischen Filmszene. Und das nicht nur, wenn man Namen und Biographien der Regisseure betrachtet, sondern auch die Art und Weise der Verarbeitung von Themen und Sujets.
