Jeder Film, der in China in die Kinos kommt, muss zuvor ein Genehmigungsverfahren bei der Zensurbehörde durchlaufen. In China existiert kein System der Altersfreigabe für Filme (vergleichbar unserer FSK), daher die offizielle Begründung der Zensur, sie stelle sicher, dass der Film für alle, vom Säugling bis zum Greis verständlich und nicht verletzend sei. Im Ergebnis erhält der Film ein Zertifikat mit Nummer, das sogenannte Drachen-Zertifikat (龙标) was im Vorspann des Films zu sehen ist. Wer diesen Schritt umgeht, dessen Filme laufen nicht in den chinesischen Kinos bzw. er riskiert viel.
Kinder der Welt
Auf der Suche nach Spuren des deutschen bzw. deutschsprachigen Films in der frühen chinesischen Filmgeschichte stößt man unweigerlich auf die Namen von Luise und Jakob Fleck. Ihnen gelang Außergewöhnliches: nämlich im kriegsgeschüttelten Shanghai, ihrem neuen, fremden zu Hause mit chinesischen Filmemachern gemeinsam einen Film zu drehen.
Spiele mit der traditionellen Ästhetik – Videoarbeiten von Gao Shiqiang

Gao Shiqiangs experimentelle Filmarbeiten zeigen sehr persönliche Reflexionen über Kultur, Geschichte und Alltag seines Landes. Er schafft damit neue Interpretationsräume und fordert den Betrachter zu intensivem Nachdenken auf. Der Reiz der Arbeiten besteht gerade darin, dass sie keine vorgefertigten Lösungen oder Interpretationsmuster liefern, sondern bewusst Leerstellen lassen und damit den Zuschauer provozieren.
Chinesische Filme in Berlin – kein guter Jahrgang (Berlinale 2012)

Wieder Februar – wieder Berlinale-Zeit. Ein Blick ins Programmheft ernüchterte zu hohe Erwartungen an chinesische Filme. Man setzte in diesem Jahr vor allem auf große Namen und Altbewährtes: Bitte keine Experimente.
Übersetzer zwischen den Welten: Richard Wilhelm und das I Ging
Der Film beginnt mit Bildern aus einer dunklen Höhle im Gegenlicht, Staubkörnchen flirren umher, tastende Bewegungen im Dunklen: Die Yungang Grotten- inszeniert als Ort der Erleuchtung Richard Wilhelms. „Ein Bild ums andere trat hervor aus der Nacht, wurde lebendig, begann zu reden. […]“
Berlinale 2011 – Keine Zeit für Wunder

Die diesjährige Berlinale war im Hinblick auf China ganz entspannt, denn das Programm gab nicht mehr als vier chinesische Filme her.
Eine Reise nach China in sechs Filmen (Berlinale 2010)

Es gibt im Gegenteil nichts schöneres, als vor dem grauen Berliner Winter in den warmen Kinosaal zu flüchten und sich dort mitnehmen zu lassen auf Reisen in wärmere Jahreszeiten und ferne Länder, womöglich auch in Epochen, die man eigentlich nicht so gern wiedersehen möchte.
Ein Film über Richard Wilhelm. Bettina Wilhelm und ihr Projekt „Wandlungen“
Die Regisseurin und Drehbuchautorin Bettina Wilhelm plant einen Film über ihren Großvater, den berühmten Sinologen und Übersetzer Richard Wilhelm (1873 – 1930) mit dem Arbeitstitel „Wandlungen“. Seit zwei Jahren arbeitet sie an dem Projekt, hat eine Menge von Materialien gesichtet, ein Drehbuch geschrieben und ist nun auf der Suche nach Geldgebern. Wenn die Finanzierung endgültig steht, kann sie im Herbst 2008 anfangen zu drehen. „Wandlungen“ soll ein abendfüllender Dokumentarfilm werden, also 90 bis 120 Minuten lang.
Xie Jin – Den Zuschauern Hoffnung geben durch die Schönheit in meinen Filmen
Xie Jin ist am 18. Oktober im Alter von 84 Jahren gestorben. Er war einer der letzten chinesischen Regisseure, die Zeuge des kommunistischen Sieges in China, der Entwicklung der Volksrepublik China bis hin zu ihrer Veränderung im neuen Jahrtausend wurden. Er begleitete ihre oft tragische historische Entwicklung mit seinen Filmen. Sieht man die Filme wieder, scheinen sie einem anderen Zeitalter anzugehören. Es sind meist episch angelegte Geschichten, deren Nichtgesagtes oftmals die politischen Zeitumstände spiegelt.
China ganz nah. Eine Filmszene in Bewegung – Aus Anlass der Reihe „Close up China“
Das chinesische Kino hat viele Facetten. Dass es mehr ist als Shanghai-Nostalgie, Revolutionsromantik oder Kung-fu Hustle wissen wir spätestens seit dem Auftauchen unabhängiger Filmproduktuktionen auf internationalen Festivals.Gern wurde und wird ihnen im Westen auch das Label „Untergrund“ verliehen, weil das dissidentischer klingt.
