Ich drängelte mich mal wieder zwischen Cosplayern und Bücherwürmern durch die Verlagsstände auf der Leiziger Buchmesse, als mein Blick auf einen roten Buddha fiel: Chinesische Schriftzeichen und der deutsche Buchtitel „Eine deutsche Kaufmannsfamilie in Wuhan“ machten den mich umgebenden Lärm, das Geschiebe und gelegentliche Piekser mit den großen bunten Papptüten der ARD vergessen.
Liu Zongyuan – Am Törichten Bach
Mit seinen „Acht Aufzeichnungen aus Yongzhou“ gilt Liu Zongyuan als Begründer des die Landschaft schildernden Reiseberichtes. Seine klare, natürliche Sprache erstaunt den Leser ob ihrer Modernität und lädt ein, diese Wege noch einmal zu gehen. Die beschriebenen Gelage mit Freunden und die Klage über die Verkommenheit der Gegenwart – es klingt fast vertraut. Doch sind seitdem 1200 Jahre vergangen.
Steine im Fluss
Die vom Kulturkreis der deutschen Wirtschaft herausgegebene Buchreihe „Jahresring“ widmet sich jeweils verschiedenen Aspekten Bildender Kunst. Der diesjährige Band trägt dem wachsenden über die Wirtschaftspolitik hinausgehenden Interesse an China Rechnung und widmet sich der Kunst und den künstlerischen Entwicklungen in China seit Beginn der Reformära in den 80er Jahren. Damit ist schon ein fast unmögliches Unterfangen beschrieben. Aber Waling Boers und sein Co-Herausgeber Pi Li stellten sich der Herausforderung und es gelang ihnen einen reich bebilderten Band zusammenzustellen, der die Vielfalt künstlerischen Schaffens und die Bandbreite kunstkritischer Positionen aufzeigt.
Zhai Yongming: Kaffeehauslieder
Zhai Yongming (Jahrgang 1955) stammt aus Sichuan. Sie begann in den 80er Jahren zu schreiben und der 1986 veröffentlichte Zyklus „Frauen“ machte sie bekannt. In dem diesem Zyklus vorangestellten Essay „Das nächtliche Bewusstsein“, der auch vorliegenden Band einleitet, heißt es: Das weibliche Bewusstsein bilde „die ewige Energie zur Eindringung in das heilige Land des Gedichtes. […]
Francois Jullien: Über die »Zeit«
Die Zeit, das ist zwar nicht die Ewigkeit, denn die ist ihr in unserer europäischen Denktradition komplementär gegenüber gestellt, wie Jullien ausführt. Aber irgendwie ist sie permanent da: und wer kennt das nicht, mal rennt sie, dann heilt sie alle Wunden, sie wird gestohlen, denn schließlich ist sie Geld …
Herausforderung China oder „gelbe Gefahr“
Dies ist ein Buch der schnellen Antworten, ein Buch über den unzweifelhaften Aufstieg Chinas und den Untergang der westlichen Welt.
Der Chinese an sich sei ein guter Händler. Und das sei zurückzuführen auf die Lust am Spiel und die Risikobereitschaft dieses ganzen Volkes. Die Rezensentin fragt sich, wie und warum diese Eigenschaften so schnell und gründlich unter Mao unterdrückt werden konnten.
