Chinesische Filme von Genre bis Experiment (Berlinale 2014)

Chinesische Filme von Genre bis Experiment (Berlinale 2014)

Ist der chinesische Film wieder im Kommen? Zumindest hat man den Eindruck, denn nicht nur seine Anzahl war recht beeindruckend, sondern der goldene Bär für den besten Film ging an „Bairi Yanhuo“ (白日焰火, Black Coal, thin Ice ) von Diao Yinan, der silberne Bär für den besten Darsteller an Liao Fan aus demselben Film und der silberne Bär für die beste Kamera an Zeng Jian für „Tui Na“ (推拿,Blind Massage). Das ist bereits der 4. goldene Bär für einen Film aus China seit 1988.

Rudolf Hamburger: Zehn Jahre Lager

Im Innendeckel ein Kartenausschnitt der UdSSR, darauf die von Rudolf Hamburger unfreiwillig zurückgelegten Wege. Weite Wege bar jeglicher Logik. Es folgt eine Photostrecke: Portraits, die Familie in Berlin, in Shanghai, Polen, Zeichnungen, Hamburgers, Shanghaier Bauten. Die letzten Bilder sind aus dem Jahr 1939. Dann beginnt der Lagerbericht 1943 -52, zehn Jahre himmelschreiende Ungerechtigkeit, absolute Rechtlosigkeit, die für den Leser nur schwer zu fassen sind.

Mystery – Eskapaden der chinesischen Filmzensur

Jeder Film, der in China in die Kinos kommt, muss zuvor ein Genehmigungsverfahren bei der Zensurbehörde durchlaufen. In China existiert kein System der Altersfreigabe für Filme (vergleichbar unserer FSK), daher die offizielle Begründung der Zensur, sie stelle sicher, dass der Film für alle, vom Säugling bis zum Greis verständlich und nicht verletzend sei. Im Ergebnis erhält der Film ein Zertifikat mit Nummer, das sogenannte Drachen-Zertifikat (龙标) was im Vorspann des Films zu sehen ist. Wer diesen Schritt umgeht, dessen Filme laufen nicht in den chinesischen Kinos bzw. er riskiert viel.

Kinder der Welt

Auf der Suche nach Spuren des deutschen bzw. deutschsprachigen Films in der frühen chinesischen Filmgeschichte stößt man unweigerlich auf die Namen von Luise und Jakob Fleck. Ihnen gelang Außergewöhnliches: nämlich im kriegsgeschüttelten Shanghai, ihrem neuen, fremden zu Hause mit chinesischen Filmemachern gemeinsam einen Film zu drehen.